Digitalisierung ist kein Luxus – sie ist förderfähig
Viele österreichische Klein- und Mittelbetriebe wissen, dass sie digitaler werden müssen: eine zeitgemäße Website, ein funktionierender Online-Shop, automatisierte Prozesse, bessere IT-Sicherheit. Doch oft scheitert es an den Kosten – oder an der Unsicherheit, wo man anfangen soll.
Genau hier setzt KMU.DIGITAL an: Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und der Austria Wirtschaftsservice (aws) unterstützt Unternehmen bei der Digitalisierung – mit konkreten Zuschüssen für Beratung und Umsetzung.
Das Programm läuft seit 2017 und geht 2026 in eine weitere Runde. Mit einem Gesamtbudget von 35 Millionen Euro für die Periode 2024–2026 ist es eine der zugänglichsten Fördermöglichkeiten für österreichische KMUs. In diesem Leitfaden erfährst du alles, was du wissen musst: welche Module es gibt, wie hoch die Förderung ausfällt, wer berechtigt ist und wie du den Antrag Schritt für Schritt stellst.
Aktueller Status: Was ist gerade möglich? (Februar 2026)
Seit dem 12. Jänner 2026 sind die Fördertöpfe für die Beratungsförderung wieder geöffnet – sowohl für die klassische Schiene KMU.DIGITAL als auch für die grüne Schiene KMU.DIGITAL & GREEN.
Modulstatus Februar 2026
| Modul | Status (Feb. 2026) | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Beratung: Status- & Potenzialanalyse | ✅ Offen | Jetzt beantragen |
| Beratung: Strategieberatung | ✅ Offen | Jetzt beantragen |
| Umsetzungsförderung (klassisch) | ⏳ Ab Q2/2026 | Beratung jetzt starten |
| Umsetzungsförderung (GREEN) | ⏳ Ab Q2/2026 | Beratung jetzt starten |
Wichtig – First come, first served
Die Fördermittel sind begrenzt und werden nach Eingangsreihenfolge vergeben. In den vergangenen Jahren waren die Töpfe für die Umsetzungsförderung bereits im Frühling ausgeschöpft (2025: bereits im März!). Wer die Umsetzungsförderung nutzen möchte, sollte die Beratungsphase jetzt starten, um im 2. Quartal sofort den Umsetzungsantrag stellen zu können.
Die drei Module von KMU.DIGITAL im Detail
Das Förderprogramm ist in drei aufeinander aufbauende Module gegliedert. Die Logik: Erst analysieren, dann planen, dann umsetzen. Jedes Modul ist eigenständig förderfähig.
Modul 1: Status- und Potenzialanalyse
Die Status- und Potenzialanalyse ist der Einstieg in das Förderprogramm. Ein zertifizierter KMU.DIGITAL-Berater (Certified Digital Consultant) analysiert den Ist-Zustand deiner digitalen Infrastruktur und identifiziert die wichtigsten Handlungsfelder.
Du kannst mehrere Themen kombinieren. Jedes Thema wird separat gefördert mit jeweils maximal 400 Euro. Die Analyse ist auch als eigenständige Leistung sinnvoll, selbst wenn du keine Umsetzungsförderung planst.
Förderung Modul 1
80 % Zuschuss auf die Beratungskosten, maximal 400 Euro pro Thema. Die Analyse dauert in der Regel ca. 4 Stunden.
Analysethemen
| Thema | Was wird analysiert? |
|---|---|
| Geschäftsmodelle & Prozesse | Digitalisierungsgrad deiner Geschäftsprozesse, Automatisierungspotenziale, Ressourcenoptimierung |
| E-Commerce & Online-Marketing | Website, Online-Shop, SEO, Social Media, digitale Vertriebskanäle |
| IT- & Cybersecurity | IT-Infrastruktur, Datensicherheit, Backup-Strategie, DSGVO-Konformität |
| Digitale Verwaltung | Digitale Buchhaltung, elektronische Signatur, digitale Dokumentenverwaltung |
Modul 2: Strategieberatung
Aufbauend auf der Potenzialanalyse entwickelt der Berater gemeinsam mit dir eine konkrete Digitalisierungsstrategie. In Workshops und Beratungsgesprächen entsteht ein konkreter Maßnahmenplan mit Prioritäten, Zeitrahmen und Budgetplanung.
Die Strategieberatung geht deutlich tiefer als die Potenzialanalyse und liefert dir ein konkretes Maßnahmenpaket – inklusive Empfehlungen für Tools, Dienstleister und eine realistische Umsetzungsroadmap.
Förderung Modul 2
50 % Zuschuss auf die Beratungskosten, maximal 1.000 Euro pro Thema. Abrechnungsfrist: 3 Monate ab Reservierungszusage.
Maximale Beratungsförderung
Durch Kombination mehrerer Analyse- und Strategieberatungs-Tools kannst du bis zu 3.000 Euro Beratungsförderung pro Förderschiene erhalten. Da KMU.DIGITAL und KMU.DIGITAL & GREEN getrennte Schienen sind, sind insgesamt bis zu 6.000 Euro reine Beratungsförderung möglich.
Modul 3: Umsetzungsförderung
Achtung: Die Umsetzungsförderung ist aktuell (Februar 2026) noch nicht verfügbar. Laut kmudigital.at wird die Antragstellung voraussichtlich ab Mai 2026 geöffnet.
Die Umsetzungsförderung ist der finanzielle Kern des Programms. Sie fördert konkrete Investitionen in die Digitalisierung deines Unternehmens.
Förderung Modul 3
30 % Zuschuss auf die Projektkosten, maximal 6.000 Euro pro Unternehmen pro Förderschiene. Förderfähige Projektkosten: 2.000 bis 30.000 Euro (exkl. USt.). Umsetzungsfrist: 1 Jahr ab Antragstellung.
Was wird gefördert?
- Websites & Online-Shops: Erstellung, Relaunch, barrierefreie Gestaltung, Conversion-Optimierung
- SEO & Online-Marketing: Suchmaschinenoptimierung, Content-Strategie, E-Mail-Marketing-Systeme
- Software & Cloud-Lösungen: CRM-Systeme, ERP-Software, Projektmanagement-Tools, Buchhaltungssoftware
- IT-Sicherheit: Firewall-Systeme, Backup-Lösungen, Security-Audits
- Automatisierung: Workflow-Automatisierung, digitale Dokumentenverwaltung, elektronische Signatur
- Lizenzen: Neu angeschaffte Softwarelizenzen (laufende Lizenzgebühren sind förderfähig)
Was wird NICHT gefördert?
- Standard-Hardware (PCs, Laptops, Smartphones, Drucker)
- Standard-Betriebssoftware (Windows, Office)
- Laufende Betriebskosten und Personalkosten
- Search Engine Advertising (Google Ads etc.)
- Mitgliedsbeiträge für Buchungsplattformen
- Kosten, die vor Antragstellung angefallen sind
Absolute Grundregel
Es dürfen keine Kosten vor dem Datum der Antragstellung entstehen. Das Rechnungsdatum, der Leistungszeitraum und die Zahlung müssen nach Einreichung des Förderantrags liegen. Wer zu früh beauftragt, verliert den Förderanspruch!
Gesamtübersicht: Maximale Förderung auf einen Blick
Da KMU.DIGITAL und KMU.DIGITAL & GREEN als getrennte Förderschienen laufen, können Unternehmen beide parallel nutzen. Das ergibt folgende Maximalförderung:
Maximale Förderung nach Modul
| Modul | KMU.DIGITAL | GREEN | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Status- & Potenzialanalyse | bis 1.600 € | bis 1.600 € | bis 3.200 € |
| Strategieberatung | bis 4.000 € | bis 4.000 € | bis 8.000 € |
| Max. Beratung gesamt | bis 3.000 € | bis 3.000 € | bis 6.000 € |
| Umsetzungsförderung | bis 6.000 € | bis 6.000 € | bis 12.000 € |
| Maximale Gesamtförderung | bis 9.000 € | bis 9.000 € | bis 18.000 € |
Theoretisch sind damit bis zu 18.000 Euro Förderung möglich, wenn beide Schienen in vollem Umfang genutzt werden. In der Praxis liegt die realistische Gesamtförderung für ein typisches Digitalisierungsprojekt (Beratung + Umsetzung) bei 5.000 bis 12.000 Euro.
KMU.DIGITAL & GREEN: Die zweite Förderschiene
Seit 2024 wird KMU.DIGITAL um die Förderschiene GREEN ergänzt. Diese verbindet Digitalisierung mit ökologischer Transformation – und eröffnet zusätzliche Fördermöglichkeiten.
Die 6 Nachhaltigkeitsthemen von KMU.DIGITAL & GREEN
| Thema | Beispiele |
|---|---|
| Energieeffizienz | Green Hosting, energieeffiziente IT-Infrastruktur, Performance-Optimierung |
| Kreislaufwirtschaft & Ressourcenschonung | Digitales Dokumentenmanagement, Reduktion von Papier und Druckkosten |
| Nachhaltige Mobilität | Digitale Alternativen zu Geschäftsreisen, Videokonferenzsysteme |
| Beschaffung & Lieferkette | Digitale Lieferketten-Transparenz, nachhaltige Beschaffungsprozesse |
| Kommunikation & Strategie | Nachhaltigkeitskommunikation, ESG-Reporting-Tools |
| Betriebsinterne Abläufe | Workflow-Automatisierung, Reduktion manueller Prozesse, schlanke IT |
Praxis-Tipp
Viele „klassische" Digitalisierungsprojekte lassen sich mit einem grünen Ansatz erweitern: Eine performanceoptimierte Website spart Serverressourcen und Energie. Ein digitales DMS ersetzt Papier. Automatisierte Workflows reduzieren manuelle Schritte. So kannst du möglicherweise beide Förderschienen nutzen.
Wer kann KMU.DIGITAL beantragen?
KMU.DIGITAL richtet sich an österreichische Klein- und Mittelbetriebe aller Branchen, einschließlich freier Berufe. Die Voraussetzungen:
Voraussetzungen
- Gewerbliches Unternehmen oder Freier Beruf in Österreich mit eigener GLN (Global Location Number)
- KMU gemäß EU-Definition: weniger als 250 Mitarbeiter, Jahresumsatz unter 50 Mio. Euro oder Bilanzsumme unter 43 Mio. Euro
- Betriebsstandort in Österreich
- De-minimis-Grenze nicht überschritten (max. 300.000 Euro Förderungen in 3 Jahren)
Ausgeschlossen sind
- Land- und Forstwirtschaft (Urproduktion), Fischerei, Aquakultur
- Unternehmen, deren Kerngeschäft ausschließlich auf digitalen Geschäftsmodellen basiert (z. B. reine Software-Firmen, App-Entwickler)
- Gemeinnützige Vereine
Der Weg zur Förderung: Schritt für Schritt
Der Ablauf ist klar strukturiert. Hier ist deine Roadmap:
Förder-Roadmap
Stelle deinen Antrag über den aws-Fördermanager auf kmudigital.at. Dabei wähle deine Beratungsthemen und gib deine zertifizierte Beraterin oder deinen Berater an. Du bekommst innerhalb weniger Tage eine Reservierungszusage.
Nach der Reservierungszusage führt der Certified Digital Consultant die Beratung durch. Wichtig: Die Status-Analyse muss innerhalb von 2 Monaten, die Strategieberatung innerhalb von 3 Monaten abgeschlossen und abgerechnet sein.
Lade im aws-Fördermanager den Beratungsbericht, die Rechnung und den Zahlungsnachweis hoch. Auf der Rechnung muss die Antragsnummer vermerkt sein. Die Förderstelle prüft und überweist den Zuschuss.
Sobald die Beratung ausbezahlt ist, kannst du die Umsetzungsförderung beantragen (voraussichtlich ab Mai 2026). Auch hier über den aws-Fördermanager. Du reichst dein Projektvorhaben, das geplante Budget und die vorgesehenen Dienstleister ein.
Erst nach der Reservierungszusage für die Umsetzung darfst du Aufträge vergeben und mit der Umsetzung beginnen. Du hast ab Antragstellung 1 Jahr Zeit, das Projekt abzuschließen und abzurechnen.
Nach Projektabschluss reiche Rechnungen, Zahlungsnachweise und Projektunterlagen ein. Die Förderstelle prüft und überweist den Zuschuss auf dein Konto.
Timing-Strategie für 2026
Die Beratungsförderung ist jetzt offen. Wer im 2. Quartal eine Umsetzungsförderung beantragen möchte, sollte die Beratung in den nächsten Wochen starten und abschließen. So bist du vorbereitet, sobald die Umsetzungsförderung geöffnet wird, und erhöhst deine Chancen, bevor die Töpfe ausgeschöpft sind.
Praxisbeispiele: Typische geförderte Projekte
Was bedeutet das in der Praxis? Hier sind typische Projektszenarien und die mögliche Förderung:
Beispiel 1: Website-Relaunch für einen Handwerksbetrieb
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Strategieberatung E-Commerce (50 % gefördert) | 1.000 € Förderung |
| Website-Relaunch inkl. SEO – Projektkosten: 15.000 € | 4.500 € Förderung (30 %) |
| Gesamtförderung | 5.500 € |
Beispiel 2: Online-Shop + nachhaltige IT-Optimierung
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Potenzialanalyse + Strategieberatung (klassisch) | 1.400 € Förderung |
| Potenzialanalyse + Strategieberatung (GREEN) | 1.400 € Förderung |
| Online-Shop (klassisch) – Projektkosten: 20.000 € | 6.000 € Förderung (30 %) |
| Green Hosting + Performance-Optimierung (GREEN) – 10.000 € | 3.000 € Förderung (30 %) |
| Gesamtförderung (beide Schienen) | 11.800 € |
Beispiel 3: IT-Security für ein Dienstleistungsunternehmen
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Potenzialanalyse IT-Security (80 % gefördert) | 400 € Förderung |
| Security-Audit + Backup-Lösung – Projektkosten: 8.000 € | 2.400 € Förderung (30 %) |
| Gesamtförderung | 2.800 € |
Die 5 häufigsten Fehler bei der KMU.DIGITAL-Förderung
Damit dein Förderantrag reibungslos durchgeht, vermeide diese typischen Stolperfallen:
Häufige Fehler vermeiden
Jede Rechnung, jede Leistung und jede Zahlung muss nach dem Datum der Antragstellung liegen. Wer seinen Webdesigner schon vor dem Förderantrag beauftragt, verliert den Anspruch auf Förderung für diese Kosten. Auch ein Angebot oder eine mündliche Beauftragung kann problematisch sein.
Die Umsetzungsförderung setzt zwingend eine vorherige, ausbezahlte Beratung (Potenzialanalyse oder Strategieberatung) voraus. Ohne diesen Schritt ist kein Umsetzungsantrag möglich.
Die Fördertöpfe sind erfahrungsgemäß schnell ausgeschöpft. 2025 war die klassische Umsetzungsförderung bereits im März leer. Wer zu lange wartet, geht leer aus.
Die Potenzialanalyse muss innerhalb von 2 Monaten, die Strategieberatung innerhalb von 3 Monaten nach der Reservierungszusage abgerechnet werden. Die Umsetzung hat 1 Jahr Zeit. Wer die Fristen überschreitet, verliert die Förderung.
Standard-Hardware, Google-Ads-Kampagnen, Personalkosten oder bereits durch andere Programme geförderte Kosten sind nicht förderfähig. Wer solche Posten einreicht, riskiert eine Kürzung oder Ablehnung.
Kombination mit anderen Förderungen
KMU.DIGITAL lässt sich prinzipiell mit anderen Förderprogrammen kombinieren, solange die Gesamtförderquote nicht 100 % übersteigt.
Kombinierbare Programme
- Landesförderungen: Einige Bundesländer bieten zusätzliche Digitalisierungsförderungen (z. B. Wirtschaftsagentur Wien, SFG Steiermark)
- FFG Innovationsscheck: Für Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit wissenschaftlichen Partnern
- aws Digitalisierung: Weitere Förderprogramme der Austria Wirtschaftsservice für größere Projekte
Häufig gestellte Fragen
Das Programm ist bis 31.12.2026 gültig. Allerdings können die Fördertöpfe jederzeit ausgeschöpft sein – es gilt das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst".
Ja, die Beratung darf ausschließlich von zertifizierten Certified Digital Consultants durchgeführt werden. Die Liste der zugelassenen Berater findest du auf kmudigital.at.
Ja. Status-Analyse und Strategieberatung sind eigenständig förderfähig. Du musst nicht zwingend eine Umsetzungsförderung beantragen.
Nein. Du kannst die Umsetzungsförderung in einem anderen Themenbereich beantragen als die Beratung. Wichtig ist nur, dass überhaupt eine vorherige Beratung stattgefunden hat.
Telefon: 05 90 900 5252 oder per E-Mail an info@kmudigital.at. Für Detailfragen zur Umsetzungsförderung: +43 1 25 30 770 oder kmudigital@aws.at.
Fazit: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt
KMU.DIGITAL 2026 ist eine der attraktivsten Fördermöglichkeiten für österreichische Unternehmen, die in ihre digitale Zukunft investieren wollen. Das Programm ist unbürokratisch, die Fördersätze sind attraktiv und die Palette der förderfähigen Maßnahmen ist breit.
Die Beratungsförderung ist jetzt offen. Die Umsetzungsförderung folgt voraussichtlich ab Mai 2026. Wer strategisch vorgeht, nutzt die Beratungsphase jetzt, um vorbereitet zu sein, sobald die Umsetzungstöpfe geöffnet werden.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt (Stand: Februar 2026). Für verbindliche Detailinformationen verweisen wir auf kmudigital.at und die Förderbedingungen der aws.